Die Berninabahn im Puschlav – Unterwegs auf einem UNESCO-Welterbe
- laura1cortesi
- 24. Juni
- 5 Min. Lesezeit
Wer einmal mit der Berninabahn durch das Puschlav gefahren ist, vergisst diese Reise nicht so schnell. Kaum eine andere Bahnstrecke der Welt bietet auf so wenigen Kilometern einen derart dramatischen Wechsel der Landschaften, Klimazonen und Kulturen. Von den vergletscherten Gipfeln der Bernina-Gruppe hinunter in das sonnige Tal der Valposchiavo – die Berninabahn verbindet Welten und ist seit 2008 offiziell als UNESCO-Welterbe anerkannt.
Für Gäste, die im Puschlav Ferien machen, ist eine Fahrt auf dieser Strecke mehr als ein Ausflug: Es ist ein Erlebnis, das dem Aufenthalt im Tal eine ganz besondere Tiefe gibt.
Ein Zug, der Geschichte schrieb
Die Geschichte der Berninabahn beginnt im frühen 20. Jahrhundert. Zwischen 1906 und 1910 wurde die 61 Kilometer lange Strecke gebaut – ohne Zahnradantrieb, trotz Steigungen von bis zu 70 Promille. Das war für die damalige Zeit eine ingenieurwissenschaftliche Meisterleistung. Am 5. Juli 1910 wurde die Verbindung zwischen St. Moritz und Tirano offiziell eröffnet.
Was die Berninabahn von anderen Alpenbahnstrecken unterscheidet: Sie überquert den Berninapass auf 2.253 Metern über Meer – als höchste durchgehende Adhäsionsbahn der Alpen, vollständig ohne Zahnrad. Die Bahn überwindet dabei einen Höhenunterschied von rund 1.800 Metern zwischen dem Scheitelpunkt am Ospizio Bernina und dem Endbahnhof Tirano in Italien – rein durch die Kraft des Reibungsantriebs.
Laut Informationen der Rhätischen Bahn führt die Strecke durch 55 Tunnel und über 196 Brücken. Wer aus dem Fenster schaut, sieht Viadukte über Schluchten, Gletscherblicke und idyllische Alpweiler – ein kontinuierlicher Wechsel der Eindrücke.
Das Puschlav aus der Vogelperspektive – aus dem Zugfenster
Ab der Station Alp Grüm auf 2.091 Metern beginnt die atemberaubende Abfahrt ins Puschlav. Zum ersten Mal öffnet sich der Blick auf den Lago Palü und die steile Bergwelt südlich des Alpenhauptkamms. Hier ändert sich alles: Die Sprache wechselt ins Romanische und Italienische, die Vegetation wird üppiger, die Luft wärmer.
Das Puschlav – auch Valposchiavo genannt – ist ein rund 25 Kilometer langes Tal, das sich von den Gletschern der Berninagruppe bis zu den Weinbergen des Veltlin erstreckt (gemäss valposchiavo.ch). Diese geografische Besonderheit macht das Tal zu einem der kontrastreichsten Reiseziele der Schweiz.
Die Bahn fährt vorbei am Lago di Poschiavo, dem ruhigen Blausee, der im Sommer von Familien zum Baden und Wandern genutzt wird, und durch das historische Städtchen Poschiavo mit seinen farbenfrohen Piazzas und Barockhäusern. Wenige Kilometer vor der italienischen Grenze erreicht die Bahn das weltberühmte Spiralviadukt von Brusio – ein Bauwerk, das die Bahn in einer eleganten Schlaufe dreht, um die extreme Steigung zu meistern, und das weltweit kein Pendant hat.
Zahlen, die beeindrucken
Die Berninabahn ist 61 Kilometer lang und überquert den Berninapass auf 2.253 m ü.M. – die höchste Adhäsionsbahn Europas ohne Zahnradantrieb. (Quelle: Rhätische Bahn)
Die Strecke führt durch 55 Tunnel und über 196 Brücken – ein technisches Meisterwerk der frühen Eisenbahngeschichte. (Quelle: Wikipedia / Rhätische Bahn)
Seit 2008 ist die Berninabahn gemeinsam mit der Albulabahn UNESCO-Weltkulturerbe – als grenzüberschreitendes schweizerisch-italienisches Welterbe einzigartig in Europa. (Quelle: UNESCO)
Von Januar bis Oktober 2025 reisten 416.220 Passagiere mit dem Bernina Express – ein Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (Quelle: Medienmitteilung Rhätische Bahn, 2025)
Die Valposchiavo bietet über 250 Kilometer markierte Wanderwege – von alpinen Hochtouren bis zu gemütlichen Seepromenaden. (Quelle: valposchiavo.ch)
Warum das Puschlav mehr als eine Kulisse ist
Die Berninabahn bringt Besucherinnen und Besucher ins Tal – aber wer bleibt, entdeckt, dass das Puschlav weit mehr zu bieten hat als eine schöne Durchfahrt.
Das Tal ist bekannt für seinen aussergewöhnlichen Ansatz zur Landwirtschaft: Gemäss valposchiavo.ch werden 99 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche von Bio-Suisse-zertifizierten Betrieben bewirtschaftet – ein Wert, der in der Schweiz und weltweit einzigartig ist. Das Puschlav gehört damit zu den nachhaltigsten Ferienregionen der Alpen.
Die Gastronomie spiegelt diese Nähe zur Natur wider: In lokalen Restaurants findet man Spezialitäten wie Pizzoccheri (Buchweizennudeln mit Käse und Wirsing), selbst gemachte Merentata – ein traditioneller Maisriegel –, regionalen Birnenschnaps sowie Weine aus dem angrenzenden Veltlin. Diese Küche ist ehrlich, saisonal und tief in der bündnerisch-lombardischen Kulturtradition verwurzelt.
Der Bernina Express: Ein Erlebnis für alle Sinne
Der Bernina Express ist das bekannteste Angebot auf der Berninabahn – ein Panoramazug mit grossen Fenstern und einem mehrsprachigen Audioguide in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch und Chinesisch. Der Zug verkehrt täglich ganzjährig, im Sommer als eigenständige Komposition von Chur nach Tirano.
Seit seiner Einführung als touristisches Angebot im Jahr 1973 haben laut der Rhätischen Bahn rund 10 Millionen Menschen den Bernina Express genossen. Die Beliebtheit wächst stetig: Von Januar bis Oktober 2025 reisten 416.220 Passagiere mit dem Zug – ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Für Familien mit Kindern ist die Fahrt ein echtes Abenteuer: Die Lokomotive wechselt, die Landschaft verändert sich dramatisch, und beim Spiralviadukt von Brusio werden fast alle unweigerlich das Telefon zücken.
Das ganze Jahr ein Erlebnis
Was viele nicht wissen: Das Puschlav und die Berninabahn sind das ganze Jahr über einen Besuch wert. Im Sommer lockt das Tal mit seinen über 250 Kilometern markierten Wanderwegen – von der hochalpinen Tour am Berninapass bis zur gemütlichen Runde um den Lago di Poschiavo. Im Herbst leuchten die Wälder in Rot und Gold, und die lokalen Betriebe laden zur Verkostung regionaler Produkte ein. Im Winter fährt der Bernina Express durch eine Schneelandschaft wie aus einem Märchen, und das Dorf Poschiavo wirkt wie aus einer anderen Zeit. Im Frühling erwacht das Tal mit Wildblumen und erstem Grün, während auf dem Pass noch Schnee liegt.
Tipps für die Fahrt mit dem Bernina Express
Wer eine Fahrt plant, findet hier einige praktische Hinweise:
Reservierung empfohlen: Besonders im Sommer ist der Bernina Express gut gebucht. Tickets und Reservierungen sind direkt über die Rhätische Bahn online oder am Schalter möglich.
Linke Seite wählen: Wer von St. Moritz Richtung Tirano fährt, sollte sich möglichst links setzen – die spektakulärsten Ausblicke auf Gletscher und ins Tal liegen auf dieser Seite.
Früh aufstehen lohnt sich: Der erste Zug am Morgen ist weniger überfüllt und bietet ruhigere Fotomöglichkeiten.
Zwischenstopps einplanen: Alp Grüm und Poschiavo eignen sich ideal für eine Pause. In Poschiavo lohnt sich ein Spaziergang durch die barocke Altstadt.
GA und Halbtaxabo gelten: Die Fahrt ist mit dem Swiss Travel Pass abgedeckt – lediglich eine Reservationsgebühr für den Panoramawagen fällt zusätzlich an.
Euer Ausgangspunkt: Ferienhäuser von Holiweek
Das Schönste an einer Fahrt mit der Berninabahn: Ihr steigt nicht einfach aus – ihr kommt nach Hause. Als Gäste von Holiweek übernachtet ihr direkt im Puschlav, mitten in dem Tal, durch das die berühmteste Panoramabahn Europas führt.
Unsere Ferienhäuser – Casa Beni, Casa Rustico, Casa Nicola, Casa Presa Daint, Casa The View und Wohnung Poschiavo – sind ideale Ausgangspunkte für Ausflüge mit dem Zug, Wanderungen und die Entdeckung der lokalen Kultur und Küche.
Ob für eine Woche oder ein verlängertes Wochenende: Das Puschlav lässt euch nicht los. Bucht euer Ferienhaus direkt auf holiweek.ch und erlebt das UNESCO-Welterbe Berninabahn vor der Haustür.

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